Dienstag, 4. September 2012

Der Riese aus "Green Mile" hat uns verlassen

Michael Clarke Duncan (1957 - 2012)
Man könnte wirklich langsam meinen, dieser Blog entwickelt sich zu einer Ansammlung von Nachrufen. Ehrlich gesagt, ich bin der letzte, der so etwas möchte. Aber wenn uns ein Mensch verlässt, der mich in irgendeiner Weise beeindruckt hat oder dessen Fortgehen traurig ist, dann habe ich das Bedürfnis, etwas darüber zu schreiben. So leider auch dieses Mal: Heute Morgen las ich mit einigem Erschrecken, dass Michael Clarke Duncan, der sanfte Riese aus "Green Mile", an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben ist.

In dem Fall war das eine Meldung, die ich zwei Mal lesen musste. Duncan, dieser Riese, dieser Schrank, dieser Fels - kann der so einfach an etwas so simplen wie einem Herzinfarkt sterben? Und dann mit 54 - das ist doch nun wirklich kein Alter. Gerade mal 13 Jahre älter als ich, und ich fühle mich doch noch recht jung. Es ist schon traurig und irgendwie auch beängstigend...

Ich erinnere mich, dass ich vor Jahren das Buch "The Green Mile" las, sogar in jener berühmten sechsbändigen Fortsetzungsausgabe, allerdings auch am Stück. Als dann kurz darauf die Verfilmung angekündigt wurde, überlegten wir natürlich auch eine potenzielle Besetzung. Und als die Rede auf "John Coffey" kam, hatten wir nur einen Schauspieler im Sinn: Michael Clarke Duncan. Das war um so beeindruckender, da der einzige Film mit ihm, den wir davor gesehen hatten, "Armageddon" war. Das reichte offenbar, um einem diese physische Erscheinung ins Gedächtnis zu prägen.

Wenn ich ganz ehrlich bin, werde ich Duncan niemals als begnadeten oder großartigen Schauspieler im Gedächtnis behalten. Er passte zwar perfekt als John Coffey, aber wirklich gefordert wurde er eigentlich nicht (man könnte sogar fast meinen, Stephen King hätte das Buch eigens für Michael Clarke Duncan geschrieben). Auch in "Armageddon" waren seine mimischen Fähigkeiten nicht unbedingt auf die Probe gestellt - aber bei wem war das in diesem Film schon der Fall? In anderen Filmen blieb er in der Regel seinem Image treu: Der große Riese mit dem Herz aus Gold und dem weichen Kern unter einer harten Schale. Aber dieses Image konnte er so gut bedienen, dass er immer irgendwie in Erinnerung bleibt, selbst wenn seine Rollen unwichtig waren.

Von Peter Mayhew, der den Chewbacca in "Star Wars" spielte, heißt es, dass er diese Rolle bei seinem ersten Treffen mit George Lucas nach den ersten zehn Sekunden bekam. Er musste dazu nur aufstehen, und Lucas war überzeugt. Bei Duncan, der jahrelang Türsteher, Rausschmeißer und Bodyguard war - kein Wunder - war der Weg ins Showbiz nicht so leicht. Aber den Eindruck, den er dann hinterließ, war ähnlich - eben einfach ein riesiger Brocken mit einer grollenden Stimme und oft genug sanft und liebenswert.

Schade, dass er uns viel zu früh verlassen hat.

Kommentare:

Bellas World hat gesagt…

Oh nein. Habe eben erst gedacht, das hier wäre ein schlechter Scherz. Ich habe nichts davon mitbekommen, dass Michael Clarke Duncan gestorben ist.

Gruß Bella

RoM hat gesagt…

Irgendwie hatte ich bei Duncan immer das Gefühl, daß er bereits eine Ewigkeit im Geschäft ist. In Nebenrollen "nur", aber sein Erscheinen war & ist markant.
Persönlich gefiel er mir am besten in seinen zwei Episoden "Two And A Half Men".

Ich denke, daß Dein "in memoriam" durchweg seine Berechtigung hat. Schlußendlich ist der Abschied von Allem Teil des Lebens.

SylviaS hat gesagt…

-.- und ich hab das noch nicht mal mitbekommen. sehr sehr traurig -.-

Catharina hat gesagt…

im missing him already :C

And i hated the morgan freeman death-hoax...

Erik Nagel hat gesagt…

Yes, it's so sad. Only the good die young.

Gabi hat gesagt…

Bei "The green mile" habe ich geweint, so traurig war es, dass er doch noch in den Tod gehen musste, zumal ich Jahre zuvor das Buch gelesen habe und Duncan wie geschaffen für diese Rolle war. Unvergessen auch, als er bei "Two and a half men" in der Episode "Die Zwei-Finger-Regel" gemeinsam mit Alan, Herb und dem Jerome, dem Postboten, a capella singt. Hier konnte er seine lustige Seite zeigen.

Schade, dass immer wieder die Besten zuerst gehen...