Sonntag, 20. November 2011

WALL-E - immer wieder gut


Ich habe eben im Fernsehen einen der für mich schönsten Filme überhaupt und definitiv den schönsten Computer-Animationsfilm gesehen: "WALL-E - Der Letzte räumt die Erde auf". Nach wie vor rührt mich dieser Film an, und er fasziniert mich. Auf der einen Seite ist es natürlich eine klassische Love-Story. Doch die wird so konsequent anders inszeniert und hat dabei wiederum so viele noch klassischere Momente, dass es mir immer wieder den Atem raubt.

Beginnend mit dem Helden, den ich für ein dramaturgisches Meisterstück halte: Noch nie zuvor wurde ein Haufen Blech mit so viel Emotionen voll gepackt wie hier. WALL-E ist darüber hinaus Slapstick pur, wie es Charlie Chaplin oder Harold Lloyd nicht schöner hätten tun können. Er hat Charakter und sympathische Macken, man sieht ihn und hat ihn irgendwie einfach gern. Er kommt mir gelegentlich ein wenig wie Forrest Gump mit Mikrochips vor. Und mal ehrlich: wie könnte man ein solches Kerlchen, dass 700 Jahre lang ganz allein und unermüdlich unseren Dreck wegräumt und dabei so nach und nach auf liebenswerte Art schrullig wird, nicht gern haben? Dann sein Konterpart EVE - wie haben die es nur geschafft, glatte weiße Oberflächen und zwei leuchtende Punkte als Augen mit so viel Ausdruck voll zu packen? Das finde ich faszinierend und geradezu genial. Und beide zusammen... eine zarte Bewegung der "Hände", eine winzige Veränderung der Augen (seien es Kameras oder Leuchtdioden) - sofort erkennt man, was die beiden gerade bewegt. Pantomime kann so wunderschön sein.


Dann natürlich die eigenwillige Erzählweise: Kaum Dialoge zwischen den Helden, und wenn, besteht er aus kaum mehr als ein oder zwei Worten - und das reicht! Mehr braucht es nicht, um trotzdem eine wunderbare Liebesgeschichte zu erzählen. Okay, es gibt Dialog zwischen diesen komischen Fleischklops-Menschen. Da muss man eben durch... Und beeindruckend ist auch die Machart des Filmes, der zumindest am Anfang nicht aussieht wie ein Animationsfilm. Da hat sich jemand richtig Mühe bei einer möglichst realistischen Darstellung gegeben - und das merkt man daran, dass man es eben nicht merkt. Nicht zu vergessen auch die vielen Anspielungen und Insider-Gags.

Höhepunkt ist für mich natürlich nicht der Showdown oder das Happy-End auf der Erde, sondern der wundervolle Tanz der beiden Roboter im Weltall. Diese eine Szene ist Magie pur im Film, wo ich auch immer wieder feuchte Augen kriege (peinlich? nein, nur einfach schön).


Ich könnte noch so viel mehr schreiben und würde mich doch nur immer mehr in Details verlieren. Das muss nicht sein. Es gibt auch Momente am Film dir mir nicht gefallen, aber die lasse ich weg. Alles in allem ist und bleibt es ein schöner Film, den ich sehr mag und immer wieder gerne sehe. Ist mir auch völlig egal, wenn jemand sagt: Dafür bist du viel zu alt. Ich finde, für ein schönes Märchen ist man nie zu alt.


1 Kommentar:

Björn Schröbel hat gesagt…

Das ist ein grandiosen Film. Ich stehe ja nicht so auf diese Animationsfilme blieb aber im TV bei diesem hängen.
Einer der besten und ungewöhnlichen die ich kenne.

Einfach toll.