Samstag, 25. August 2012

Verkehrsberuhigende Maßnahme

Von unserem Betriebsparkplatz aus hat man eine sehr gute Sicht auf eine kleine Nebenstraße, vielleicht 500 Meter lang. Wirklich eine echte Nebenstraße, noch mit richtig schönem Kopfsteinpflaster und uralten Linden neben der Straße. Das Pflaster ist holprig, und die Wurzeln der Linden wölben die Straße und die Bordsteine hier und da schon etwas hoch. Dazu ist die Straße recht schmal. Deswegen ist nur auf einer Seite das Parken erlaubt, und auf dem Rest der Fahrbahn kommen zwei Pkw noch einigermaßen bequem aneinander vorbei. Fahren da Transporter oder gar Lastkraftwagen, kann es schon mal eng werden. Das stört aber den Verkehr normalerweise nicht.

Allerdings befindet sich in dieser Straße auch eine Bankfiliale...

Nun lebt ja eine Bank von Publikumsverkehr, und wie es so ist in unseren bequemen Zeiten, fahren die meisten mit dem Auto zu der Bank, um Geld abzuheben, Kontoauszüge zu ziehen oder irgendetwas anderes zu erledigen. Drive-in hat diese Bank aber (noch?) nicht, und der Kundenparkplatz ist auch nicht wirklich groß, daher parken die meisten Besucher natürlich auf der Straße.

Nun liegt die Bank aber auf der Seite der Straße mit dem Parkverbot. Auf der anderen Seite stehen fast den ganzen Tag viele Mitarbeiter bei uns, die nicht auf unserem Betriebsparkplatz stehen. Das bringt den bequemen Bankbesucher - und das sind die meisten - ein Problem mit: Wo sollen sie parken, um nicht zu weit zu laufen? Es gibt da zwar noch eine zweite Nebenstraße, aber in die zu fahren, anschließend 20 Meter oder mehr zu laufen und dann vielleicht noch eine Fahrbahn zu überqueren, ist das einem Kunden zumutbar? Nein, sagen sich viele Bankbesucher, und stellen ihre Fahrzeuge so nah wie möglich an der Bank ab. Oft genug im Kreuzungsbereich - und damit zum Beispiel auch dort, wo der Bordstein für Fahrradfahrer, Kinderwagen oder Rollstühle abgesenkt ist - oder gar direkt vor der Bank im Parkverbot.

Ich nenne das eine "verkehrsberuhigende Maßnahme", den diese Aktion behindert den Verkehr auf der schmalen Straße schon deutlich. Bei Pkw geht es ja noch einigermaßen, etwas schwieriger wird es aber, wenn es ein Transporter ist, was zum Beispiel dann passiert, wenn der Geldtransporter die Bank anfährt. Aber gestern...

...gestern kam ein Kunde in die Bank, um Auszüge zu ziehen. Es war während der Dienstzeiten, daher kam er mit seinem Dienstfahrzeug. Und er hielt - natürlich, man ist ja faul - unmittelbar vor der Bank, im Parkverbot. Und es dauerte doch einige Zeit, vielleicht zehn Minuten.

Und sein Dienstfahrzeug war ein Müllfahrzeug, in richtig dickes fettes MAN-Gefährt...

Es erübrigt sich glaube ich zu erwähnen, dass in der Straße in diesen zehn Minuten nicht mehr viel ging.

Kommentare:

RoM hat gesagt…

Apropos...
Banken und Publikumsverkehr ist ein Guter. Eher könnte einen der Eindruck überkommen, daß die Oberen seit Jahren vom Filiallosen Geldwesen träumen. Alles von Zuhause/Unterwegs, damit nur Rechnerleistung vorgehalten werden braucht. Am besten noch in die cloud ausgelagert.
Einfach gesagt: Arbeit und Sicherung wird übertragen (auf den Kunden), die Kosten für die "Kontoführung" dennoch eingestrichen.

Steve Wagner hat gesagt…

What? Jede ordentliche Bank bietet heut zu Tage ein Kostenfreies Konto mit Kostenfreier Online Konto Verwaltung. Und für die Banken ist das Marketingtechnisch eher schlecht, denn man kommt nicht mehr gut an den Kunden ran. Man kann Ihm also schwerer was Aufquatschen. Insofern kann das den Oberen gar nich so lieb sein.

Und mal ehrlich? Wozu brauch ich so ne Bank Filiale heut zu Tage noch, außer zum Geld holen? Wer schreibt schon gerne lange Zahlenkolonnen mit dem Kulli auf nen Blatt und muss das dann auch noch zur Bank bringen. Wer stellt sich schon gerne in ne Schlange um seine Bank Geschäfte zu erledigen. Also ich nicht!

RoM hat gesagt…

Im Vordergrund ist es eine schöne Rechnung. Dennoch ist mir keine Bank bekannt, die "kostenlos" anbietet, ohne sich dieses Angebot zu refinanzieren. Abgesehen davon, daß ich am Computer deren Arbeit übernehme, dafür Gefahr laufe ausgespäht zu werden, um danach abgegrifenem Geld hinterher laufen zu dürfen.
Eine Überweisung einzutippen, oder mit der Hand zu schreiben sollte keine Zeitdifferenz vorweisen. Die Überweisung einzuwerfen, läßt sich in all die täglichen Gänge integrieren, die man/frau eh vor sich hat.

Stichwort "Produkt an den Kunden bringen".
Mich hat in den Jahrzehnten noch keiner in der Bank deswegen angesprochen. Per Brief/Telefon schon.
Vorteil einer richtigen Filiale - sollte ein Problem sich einstellen, muß ich mich nicht den Fährnissen einer Hotline stellen.

Steve Wagner hat gesagt…

Natürlich refinanzieren die Banken dies. Sie machen das wie sie es schon immer gemacht haben, da durch das sie mit unserem Geld arbeiten.
Der Unterschied ist aber das eine Deutschland weite EDV weit weniger Kostet als in jedem Kaff einen Riesen Tempel hin zu bauen wie es die Sparkasse macht. Das wiederum landet dann als kosten bei den Kunden.
Und ich sehe immer noch nicht wo ich denn der Bank Arbeit durch online Banking Arbeit abnehme? Ja es brauch keiner in der Bank mehr die Überweisungen abtippen (was natürlich auch Fehler bringt). Dafür brauch ich aber auch keine Kontoführungsgebühren mehr Zahlen.

Das mit dem Ausspähen ist auch so eine Sache. Ich kann genau so gut direkt bei der Bank ausgespäht werden (Stichwort Skimming). Und es gilt immer noch, dass man sich am PC genau so umsichtig verhalten muss wie im richtigen Leben. Wenn mir in Wirklichkeit jemand nen Brief schickt und mich bittet meine Daten da und dort ein zu geben, macht man das nicht. Wenn das als Email kommt aber schon.

Und das mit den täglichen Gängen. Für jemanden der direkt an seiner Bank vorbei kommt, mag das ja stimmen. Allerdings hab ich dann immer noch die Parkplatzsuche (siehe Eriks Fall von oben) und die Schlange am Schalter vor mir.
Ich persönlich Fahre jeden Tag 110km und komme dabei an keiner Bank vorbei. Das bedeute für mich also ich müsste nein Umweg in kauf nehmen. Was die Zeitdifferenz natürlich wieder erhöht.
Etwas ein zu tippen geht (zumindest für mich) schneller als es zu schreiben. Dann brauch man Online auch den Namen der Bank nicht mehr abtippen. Und dank Überweisungensvorlagen brauch man viele Überweisungen erst gar nicht ab zu tippen.

Also meiner Frau wurde bei der Sparkasse schon of versucht irgend etwas auf zu quatschen. Das ist immer ziemlich lästig. Die Warteschlange in der Telefonhotline ist auch nich kürzer als die vorm Schalter in der Bank und die Leute die da sitzen sind nicht weniger kompetent. Nur das ich das bequem Zuhause von der Couch machen kann.

RoM hat gesagt…

Yep, das Arbeiten der Banken mit unserem Geld beginnt bereits mit der verzögerten Überweisung von Zahlungsaufträgen. Auch so ein netter Zug seltsamen Geschäftsgebarens, denn dieser Betrag ist nicht ihr Besitzstand.
Daß Sparkassen in tempelgleichen Gebäuden residieren, ist mir noch nicht weiter aufgefallen. Zumindest hier auf dem breiten Land nicht. Und die Räumlichkeiten der Großbanken klotzen eh nur in den großen Städten.
Die umverteilte Arbeit liegt eigentlich nicht nur am selbst erstellten Datenpacket. Für die Sicherheit der Gerätschaften darf ich bitte verantwortlich zeichnen. Ein Umstand, der bei Tätigkeiten über das Smartphone noch nicht einmal möglich wäre. Mit dem Überweisungsformular gebe ich meiner Bank den schriftlichen Auftrag und alles andere ist deren Problem.
Skimming läßt sich ito durch simple Aufmerksamkeit umgehen. Was die Vorsicht am Rechner angeht - hier reicht mir bereits die banale Existenz von Trojanern, um dem Kasten keine relevanten Daten anzuvertrauen.
Stimmt, 110 km Fahrt sind kein Pappenstiel. Und die modernistischen Ansprüche des Arbeitsmarktes (jung, mit 6 Jahrzehnten Erfahrung, ohne Anschluß, aber sozialen Kompetenzen ect)zwingen einen zu entsprechenden Rationalisierungen (!). Nur für mich bleibt es kein lockendes Angebot. Gut, ich komme auch an vier Sparkassen vorbei.

Eine Warteschlange habe ich seit Ewigkeiten in meiner Bank nicht mehr gesehen.Liegt aber auch daran, daß ich meinen Auftrag lediglich einwerfe - zu jeder Zeit.

Erik Nagel hat gesagt…

Es ist euch schon klar, dass es in dem Post um das Parken im Parkverbot und nicht um Geschäftsbedingungen von Banken ging?

RoM hat gesagt…

Eigentlich schon - aber laß uns doch den kleinen Spaß :-)

Erik Nagel hat gesagt…

Na gut... meinetwegen... aber nicht, dass ihr hier noch eine Occupy-Zelle in meinem Blog gründet.