Freitag, 12. April 2013

Grüße aus dem Computer-Mittelalter

Die Technik ist schnelllebig, vor allem die Computertechnik. Im Prinzip kann man ja im Laden nach dem neuesten Stück mit der neuesten Software fragen, und sie ist in dem Moment schon veraltet, wenn der Verkäufer sie aus dem Regal nimmt (was red' ich? Wenn sie für den Versand fertig gemacht wird, ist sie schon nicht mehr wirklich up-to-date!). Irgendwann - ich glaube es war bei Windows - lag in der Schachtel mit der neuesten Verkaufsversion eines Programm auch schon eine CD-ROM mit dem ersten Bugfix gleich mit drin.

Es fasziniert mich aber auch immer wieder, wo und unter welchen Umständen man die Überreste längst vergessener Überbleibsel dieser Entwicklung finden kann. In dieser Woche zum Beispiel: In einem EDV-Schulungsraum sah ich einen Videobeamer, der in einer Ablage stand, die von der Decke hing. Wie so oft reichten verstellbare Füße und steuerbare Optik nicht aus, das Bild des Beamers so an die Wand zu projizieren, wie es sein sollte, und wie so oft griff man auch hier zum uralten und stets bewährtem Allheilmittel in der Höhennivellierung - man hatte ein Buch unter den Beamer gelegt.

Beim Buchtitel musste ich aber doch schmunzeln: Es war das Handbuch für "MS-DOS 6.0". Ich hätte mir nie träumen lassen, dass heute noch derartige Handbücher im Umlauf sind - aber als Auflage für einen Beamer leistet dieses antike Nachschlagewerk aus einer Zeit, als Computer etwa 100 MHz Prozessortaktleistung hatten und Festplatten mit 1 GB Speicherkapazität revolutionär waren, immer noch gute Dienste. Und wer immer es unter den Beamer geklemmt hat - er muss garantiert nicht befürchten, dass es da irgendjemand noch einmal wegnimmt, um darin nachzulesen...

Kommentare:

RoM hat gesagt…

Die Bit-Technologie hat in etwa den Charme einer Kantinen-Durchreiche - nur schnell raus mit den noch warmen Essen.

Irgendwann ist die Angelegenheit auch aus dem "Schatten" der Spezialisten heraus getreten, indem der Umgang mit Systemen vereinfacht wurde. Ich erinnere mich noch an die Stapel Fachbücher/Zeitschriften, die mein Vater zu Amiga-Zeiten versammelt hatte.

Atari, C-64, Schneider - witzig, die alten Kisten in Dokus wieder zu sehen.

Audiokassetten, Floppys, Disketten...die Datenmenge ist seither ebenso auf FTL gegangen.

Björn Schröbel hat gesagt…

Wenn ich an meinen ersten PC denke, die Taktfrequenz lag da glaube ich bei 66 MHz *lach* und das war ziemlich teuer damals. Festplatte, hm 520 MByte, dagegen ist mein heutiges Smartphone ein Großrechner ;)

Lieben Gruß
Björn :)