Donnerstag, 2. Mai 2013

Wann soll ich denn einkaufen?

Theoretisch ist das Timing perfekt. Ich arbeite am Donnerstag seit neuestem länger, verlasse erst zwischen sechs und halb sieben das Büro. Auf dem Heimweg biege ich nach etwa drei Kilometern kurz rechts ab, sause durch den Supermarkt und schaufele alles, was ich für das Wochenende brauche, in den Einkaufswagen. Schnell noch bezahlen, ab nach Hause. Kann zwar halb acht werden, wenn ich dann endlich zur Ruhe komme, dafür spare ich mir das Gedränge am Freitag Nachmittag oder gar das Chaos am Samstagvormittag, wenn die Panik vor eineinhalb freien Tagen und der damit einhergehenden Sorge, die Vorräte aus Kühl- und Gefrierschrank reichen höchsten bis Samstagabend, ausbricht. Donnerstagabend um halb sieben ist es deutlich leerer, der Einkauf entspannender, und man kann sich in Ruhe alles holen, was man für die nächsten Tage braucht.

Theoretisch jedenfalls.

Praktisch besteht der Unterschied zwischen Donnerstagabend und Freitagnachmittag oder gar Samstagvormittag seit neuestem darin, dass es zum einen Zeitpunkt im Supermarkt sehr voll und zum anderen extrem voll und zum dritten mörderisch voll ist. Für mich macht das keinen großen Unterschied mehr. Mich nervt alles. Und ich verstehe es einfach nicht. Ein Blick auf die anderen Kunden am Donnerstagabend zeigt mir, dass mindestens die Hälfte den ganzen Tag über Zeit hätte, um einzukaufen. Das mag jetzt nach Vorurteilen klingen, aber ich glaube, ich kann einen Ruheständler noch von einem Berufstätigen unterschieden. Warum gehen die abends zum Einkaufen, wenn Berufstätige, die keine andere Wahl haben, dort nach dem Arbeitstag noch mal schnell dort durchhuschen wollen?

Ärgerlicherweise hat sich der Supermarkt in ungeahnter Weise darauf eingestellt. Früher hingen Schilder an den Kassen, dass man einen Einkaufsgutschein bekommen würde, wenn man eine gewisse Zeit an der Kasse ansteht, aber nicht alle offen sind. Nun, man wartet jetzt recht lange an den Kassen, weil so viele anstehen - aber das Schild hängt nicht mehr, also gibt's auch den Gutschein nicht mehr.

Ich glaube, demnächst mache ich meinen Wochenendeinkauf schon am Mittwoch... oder noch besser am Dienstag... oder Montag?

Kommentare:

RoM hat gesagt…

Selber kaufe ich Freitags, ab Mittag/Nachmittag ein - für eine Woche. Hier in der Gegend sammeln sich da die Horden eher gegen Mittag eines Samstages. Anmerkenswert bleibt dann, daß die Fahrer lieber mehr-als-einmal im Kreis fahren, anstatt den leeren Reserveplatz zu nutzen. Gut, der "Nachteil" wäre die 3-Minuten-Distanz zum Haupteingang. Dann eher 10 Minuten Cruisen. :-)

Wie wäre ein anderer Supermarkt, der weniger überlaufen ist?

Mit ein Grund für längere Wartezeiten sind vielleicht auch die Kunden mit dem "schnellen" Plastikgeld. Immer wieder ein nett zu beobachtendes Prozedere, bis der Kunde mit ca. 90cm Kassen-Papier davonzieht.
Nicht zu vergessen, die diversen Punkte-Aktionen für den gläsernen Kunden. Oder die gelegentliche Frage nach der Postleitzahl, die ich gern in eine falsche Richtung lotse.

Erik Nagel hat gesagt…

Nun ja, der Supermarkt liegt für mich ideal auf dem Heimweg, wohingegen er für Rentner - mein Horrorszenario beim Einkaufen - eigentlich recht ungünstig gebaut wurde, weil zum Beispiel kein Bus so wirklich gut hinfährt. Keine Ahnung, wie die ihn erreichen. Vielleicht werden durch die einschlägig bekannten Vereine wie AWO oder Volkssolidarität geführte Ausflüge dorthin organisiert...

Im Übrigen zahle ich nur mit Plaste. Das dauert vielleicht ein wenig länger, aber die Zeit spare ich, indem ich nicht "cruise"...

RoM hat gesagt…

Ich hätte da jetzt eher auf die Automobilisten unter den Pensionären getippt. Erlebniseinkauf kurz vor Ladenschluß, als die soziale Kontaktkomponente im Alltag.

Auf meinem Heimweg sind es drei Märkte, auf die ich meine Gunst verteile. Groß, mittel & klein - je nach Laune. Der Rest liegt eher nicht auf meiner "Wellenlänge".