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Dienstag, 21. April 2015

Musik, die mich umhaut (6) - "Capricorn One" von Jerry Goldsmith

Jerry Goldsmith.
Die Welt ist schon manchmal ungerecht. Für die Fachwelt gehört der 2004 verstorbene Jerry Goldsmith zweifellos zu den größten, besten und innovativsten Filmkomponisten aller Zeiten. Er studierte selbst unter einem der besten des Faches, Miklós Rózsa, später war er Arbeitgeber vieler anderer bekannter Komponisten (von Alexander Courage, der das Star Trek-Thema schrieb, ließ er regelmäßig die Partituren seiner Werke ausarbeiten, und ein sehr junger John Williams spielte Piano in Orchestern, die Goldsmith dirigierte).

Aber Anerkennung wird in der Filmwelt in allererster Linie in Preisen gezollt, und wo sich John Williams - sicherlich nicht unverdient - zum Beispiel fünf Oscars auf den Kaminsims stellen kann, bei sagenhaften 49 Nominierungen, da schaffte sein einstiger Lehrer und Arbeitgeber "nur" 18 Nominierungen, und lediglich einmal durfte er den Goldjungen mit nach Hause nehmen, 1976 für "The Omen".

An zu wenig Fleiß kann es nicht gelegen haben. In der "imdb" hat Jerry Goldsmith 250 Einträge als Komponist (noch ein Vergleich zu John Williams: Bei dem stehen 149 Titel auf der Liste). Und vielseitig war er wie kaum ein zweiter. Neben dem schon erwähnten "Omen" komponierte Goldsmith Scores für so unterschiedliche Filme wie "Star Trek - The Motion Picture", "Kanonenboote am Yangtse-Kiang", "Gremlins", "Basic Instinct", "Planet der Affen" (den er übrigens mit einer Affenmaske dirigierte, um die richtige Stimmung zu erzeugen), "Papillon", "L.A. Confidential", "Mulan"... und nur selten wiederholte er sich, so wie es mir gelegentlich bei James Horner oder eben auch Williams vorkommt.

Diese Vielseitigkeit wurde von seinen Kollegen, die oft auch seine Freunde waren, uneingeschränkt anerkannt. John Williams sagte über ihn: "Seine chamäleonartige Wandlungsfähigkeit war eine Voraussetzung für Langlebigkeit und Erfolg in Hollywood." Und ein anderer großer Kollege, Henry Mancini, beschrieb Goldsmith' Flexibilität so: "Ehrlich gesagt, macht er uns eine Heideangst."

Ich verbinde mit Jerry Goldsmith und seiner Musik zahllose großartige Filmmomente. Ein Stück, das mich immer noch gnadenlos mitreißt, stammt aus seinem Score für den 1978 herausgekommenen "Capricorn One". Das mag durchaus auch am Film liegen, der mir gleichfalls sehr gut gefällt (und nein: Ich halte nichts von der Aussage und denke auch nicht, dass er ein versteckter Hinweis auf eine gefälschte Mondlandung ist. Es ist nur ein Film). Aber ich stehe nunmal auf bombastische Scores, solange sie nicht in Kitsch abzugleiten drohen - und da ist dieses Musikstück ein grandioses Beispiel, wie es richtig gemacht wird.


Sonntag, 24. August 2014

"Crazy Hambones" und ich live dabei

Die Crazy Hambones in Milow. (© Erik Nagel)
Wenn sich der Sommer dem Ende zuneigt, wird mein Heimatörtchen Milow regelmäßig Schauplatz ausgesuchter Blues-Konzerte. De facto sind es sogar zwei immer wieder stattfindende Konzerte, von denen ich aber in der Regel nur eines besuche. Und dieses ist ausgesucht, da es sich um ein exklusives Konzert für einen geladenen Gästekreis handelt, nichtsdestotrotz immer wieder aber ganz ausgezeichnete Künstler der deutschen, ja sogar internationalen Bluesszene dort auftauchen. Im vergangenen Jahr war Abi Wallenstein da, und dieses Mal kamen die "Crazy Hambones".

Freitag, 15. August 2014

Musik, die mich umhaut (5) - "Kashmir" von Led Zeppelin

Led Zeppelin.

Einer der für mich großartigsten Rocksongs aller Zeiten ist „Kashmir“ von Led Zeppelin. Ich könnte nicht einmal genau sagen, woran das liegt. Vielleicht diese verführerische Mischung aus kraftvollem Rock-Sound, der sehnsuchtsvolle Gesang von Robert Plant und eine fast hypnotisch anmutende Melodie-Entwicklung über den gesamten Song hinweg… „Kashmir“ kann ich mir – praktisch einzigartig für einen Song mit einem derart fesselndem Riff – immer und immer wieder mit geschlossenen Augen anhören und mich ganz in ihm verlieren, ohne dass er mir trotz seiner Länge von mehr als acht Minuten jemals langweilig wird.

Montag, 22. April 2013

40 Jahre "The Dark Side Of The Moon"

Ich habe es einfach verpasst...

Nun gut, es ist nicht soooo weltbewegend, dass ich mir jetzt Gott-weiß-was-für-einen-Kopf machen müsste. Aber ich war - nun ja - über mich selbst überrascht. Wenn es schon ein Musikalbum gibt, dass man definitiv zu seinem Lieblingsalbum erklärt hat, dann sollte man ja doch die Kernangaben darüber wissen, oder? Nein, eigentlich auch nicht, aber in diesem Fall lohnt es sich, darüber ein paar Worte zu verlieren. Und was habe ich verpasst? Ein Jubiläum. Den 24. März. Denn am 24. März 2013 jährte sich das Erscheinungsdatum eines der faszinierendsten Musikalben aller Zeiten zum 40. Mal: "The Dark Side Of The Moon" von Pink Floyd.

Freitag, 29. März 2013

Der (vielleicht wirklich) weltbeste Drummer

Ranglisten, von denen es ja viele gibt, haben in der Regel nur bei messbaren Dingen wirklichen Aussagewert. Überall da, wo der Geschmack eine Rolle spielt, sind solche Listen eher Ausgangspunkt für Diskussionen und Streitereien, als dass sie eine echte Leistungsskala darstellen. Das zeigt sich meiner Meinung nach ganz gut bei Listen der besten Musiker, die in den meisten Fällen extrem subjektiv sind.

Samstag, 3. November 2012

Musik, die mich umhaut (4) - "Into the West" von Annie Lennox

Ich glaube, die meisten Menschen haben den "Herrn der Ringe" von J.R.R. Tolkien nicht richtig verstanden. Ich bitte das nicht falsch zu verstehen, vielleicht irre ich mich ja auch, aber ich glaube, dass Tolkiens Intention mit dem Buch eine andere war, als eine abenteuerliche Geschichte um große Schlachten und mystische Artefakte zu schreiben. Wenn man neben dem "Herrn der Ringe" auch noch Tolkiens andere Werke, allen voran das "Silmarillion", intensiv liest und sich darauf einlässt, dann kommt man meiner Meinung nach zu folgendem Schluss: Tolkien schrieb keine Geschichte über magische Ringe, heldenhafte Menschen, großartige Schlachten gegen Orks und dergleichen mehr - er schrieb ausschlieplich über die Elben und vor allem über ihr langes Leiden in der sterblichen Welt. Alles andere ist nur Rahmenhandlung.

Donnerstag, 4. Oktober 2012

Musik, die mich umhaut (3) - George Harrison und Richard Wright

Ich habe ein Faible für Musiker, die in ihren Bands optisch und vom Ruhm her die zweite Geige spielen, ohne deren Wirken die ganze Gruppe aber lange nicht so gut ist. Das hängt sicher damit zusammen, dass ich ganz gut nachvollziehen kann, wie es ist, von starken und egoistischen Charakteren untergebuttert und überstrahlt zu werden, ohne dass es dabei um Qualität geht.

Von daher liegen mir die beiden Musiker besonders am Herzen, denen ich diesen Post widme. Auf den ersten Blick scheinen sie abgesehen von der Tatsache, dass sie in zwei der berühmtesten und besten Bands aller Zeiten mitspielten, nicht viel gemeinsam zu haben. Doch das stimmt nicht. Beide standen sie unabhängig von ihrem Können im Schatten ihrer expressiveren Bandkollegen, beide trugen sie mit ihrem Können unglaublich viel zum Erfolg der Band bei, ohne dass das besonders auffiel, und beide erfuhren die größte Anerkennung erst nach ihrem - in beiden Fällen viel zu frühen - Ableben. Wieviel sie gemeinsam hatten, zeigt sich an der makabren Tatsache, dass die beiden in mehreren Nachrufen miteinander verglichen wurden - George Harrison von den "Beatles" und Richard Wright von "Pink Floyd".

Montag, 24. September 2012

Musik, die mich atemlos macht (2) - "Hurt" von Johnny Cash

Dieses Lied hat mir jedes Mal beim Hören buchstäblich die Beine weg...

Ich habe selten ein so herzzerreißendes und melancholisches Musikstück gehört wie dieses. Johnny Cash war 71, als er es einspielte. Er war zu dem Zeitpunkt schwer krank; eine Nervenkrankheit in Folge seiner Diabetes. Es ist nicht ganz klar, worum es in "Hurt" geht. Cash selbst bezeichnete ihn als "Anti-Drogen-Song", was vielleicht stimmen kann. Ich sehe ihn als Rückblick eines großen Künstlers auf ein Leben, das Höhen und viele Tiefen hatte. Ein Rückblick, der nicht unbedingt von Freude, sondern auch von viel Bedauern und Traurigkeit geprägt ist.

Sonntag, 16. September 2012

Musik, die mich atemlos macht - "Die Pinien von Rom"

Eine der schwierigsten Aufgaben des Bildungssystem besteht für mich darin, bestimmte Stoffe zu vermitteln, für die sich Schüler wenig bis gar nicht interessieren. Literatur zum Beispiel, Kunst oder Musik. Moderne Inhalte spielen soweit ich das überblicke kaum eine Rolle, dafür aber Klassiker: Schiller, Goethe, Shakespeare, Rembrandt, Monet, Picasso, Mozart, Schubert, Brahms... Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Ich halte es zwar für wichtig, dass diese Stoffe behandelt werden, aber es liegt auch am Lehrer selber, ob es ihm gelingt, seine Schüler wenigstens ein bisschen dafür zu begeistern oder ob er ihnen den Stoff so "einpaukt", dass sie das als Pflichtübung ansehen, die hoffentlich bald vorbei ist, sodass sie sich damit nicht mehr beschäftigen müssen.

Sonntag, 2. September 2012

Gänsehaut bei "Star Trek VI"

Auch wenn dieser Post etwas anderes vermuten lassen könnte (ich hätte damals wirklich explizit schreiben sollen, dass es satirisch gemeint war...), bin ich doch ein Fan von Star Trek. Kein Treckie oder Trekker oder so, einfach ein Fan. Allerdings nur der klassischen Serie. Die "Next Generation" fand ich größtenteils steril und oft langweilig. Bei DS9 war es ähnlich, wobei hier noch der direkte Vergleich mit "Babylon 5" dazu kam, und da gewann Straczynskis Serie bei mir haushoch. An "Voyager" gefiel mir lediglich der Holodoc gut, und als dann "Enterprise" ins Fernsehen kam, hatte ich mich innerlich von den Ablegern der klassischen Serie schon so weit entfernt, dass ich hier kaum eine Folge sah.

Dienstag, 12. Juni 2012

Peter Crow C. spielte wieder in Milow

"Mit Namen habe ich es nicht so, aber Gesichter vergesse ich nicht", sagte Peter Crow C. am vergangenen Wochenende zu mir und grinste mich an. Der Vollblut-Musiker war wieder einmal in Milow in der Scheune, und wieder einmal erlebte die Menge dort ein exzellentes Blues-Konzert in einem Rahmen, der seinesgleichen suchte. Dass sich Peter sogar noch an mich erinnerte, freute mich dabei besonders. So ganz verwunderlich ist es aber auch nicht: Diese Scheunen-Konzerte sind eine ganz spezielle und besondere Veranstaltung mit nicht allzu vielen, ausgesuchten geladenen Gästen - man kennt sich halt, und dazu zählen auch die Musiker, die mit der Hälfte der Leute vor der Bühne schon befreundet sind. So auch Peter.

Auch dieses Mal hatte dieser einen musikalischen Begleiter dabei, und zumindest ich bin der Meinung, dass ich so in den Genuss eines außergewöhnlichen Ereignisses kam. Sein Partner "Mr. Jelly Roll", bürgerlich Ferdinand Kraemer, ist gerade mal 22 Jahre alt und spielt den Blues mit einer Inbrunst, die man sich kaum vorstellen kann, Beide haben sich zu der Band "Black Patti" zusammen gefunden, und ich denke, dass das eine gute Entscheidung gewesen ist. "Er ist eine der großen Hoffnungen der Szene", meinte Peter über seinen Partner, und diesem Ruf wurde "Mr. Jelly Roll" meiner Meinung nach voll gerecht. Ihm fehlte zwar noch die Bühnenpräsenz, wie sie Peter Crow C. ganz einfach wegen seiner langen Erfahrung hat, aber das machte er mit seinen musikalischen Fähigkeiten mehr als wett. Und eine Stimme hat er... mein lieber Herr Gesangsverein.

Donnerstag, 17. Mai 2012

Ostrock auf dem Dancefloor - "Der blaue Planet" von Karat

Maximilian Lenz, der Welt eher als Westbam bekannt, ist ja ein recht umtriebiger DJ und Musikproduzent. Man kennt ihn als Vater der "Mayday", langjährigen "Loveparade"-Aktivisten (um es mal so auszudrücken) und sehr fleißigen Remixer und Club-DJ. Mit dieser Musik kann ich zwar eigentlich nicht viel anfangen. Ich gehe nicht in Clubs, und zum nebenbei Hören taugen diese Remixe für mich in der Regel nicht. Ausnahmen bestätigen aber die Regel.

Sonntag, 13. Mai 2012

Donald "Duck" Dunn ist gestorben

Donald "Duck" Dunn und Steve "The Colonel" Cropper

Ich bin ein Fan von Bassisten. Und ich mag die "Blues Brothers" Filme und die Musik aus ihnen. Insofern ist es eine doppelt traurige Nachricht, dass Donald "Duck" Dunn, der Bassist der Blues Brothers Band, heute Morgen im Alter von 70 Jahren verstorben ist. Er hatte allerdings einen schönen Tod als Musiker: Im Bett friedlich eingeschlafen nach einem offenbar erfolgreichen Konzert in Japan.

Dunn, wie so viele andere am Bass auch Autodidakt, spielte seit den 60er Jahren an dem Instrument. Er war auch in Bands aktiv, vor allem aber ein fähiger, talentierter und gern gebuchter Studiomusiker. Muddy Waters, Jerry Lee Lewis, Neil Young, Eric Clapton, Tom Petty, Wilson Picket, Bob Dylan, Creedance Clearwater Revival, Otis Redding... Die Liste lässt sich fortsetzen. Seit frühester Kindheit war er mit dem Gitarristen Steve "The Colonel" Cropper eng befreundet und spielte auch immer mit ihm zusammen: Als Studiomusiker, in der Band "Booker T. and the M.G.'s" und seit 1978 in der "Blues Brothers Bands". Hier blieb er mir neben seiner Musik - wie viele Bass-Musiker war auch Dunn in der Lage, seine Bassline stoisch-präzise abzuspielen und so der Band eine perfekte Basis für die Musik zu bieten, lieferte aber auch einige Kapriolen ab - vor allem wegen zwei Sachen in Erinnerung. Erstens wegen der Pfeife, die er fast immer beim Spielen im Mund hatte, und zweitens wegen eines fantastischen Oneliners, den er sagen durfte: "We had a band powerful enough to turn goat piss into gasoline."

Neben zahlreichen Preisen wurde Donald "Duck" Dunn 1998 eine besondere Ehre zuteil. Der Gitarrenhersteller Fender brachte in Zusammenarbeit mit ihm einen speziellen Bass auf den Markt, den Duck Dunn P-Bass, den Lakland ein paar Jahre später zur Basis einer eigenen Bass-Serie machte. Das muss man erst mal schaffen...

Ich glaube nicht an den Himmel - aber es ist ein schöner Gedanke, dass Donald "Duck" Dunn jetzt da oben sitzt und mit John Lee Hooker, James Brown, Alan Rubin, Cab Calloway und anderen jammt.

Samstag, 5. Mai 2012

Ein Geheimtipp unter den Volksfesten

"Die prachtvollsten Blumen blühen oft im verborgenen", sagt ein japanisches Sprichwort. Daran muss ich oft denken, wenn ich die Feste erlebe, die in hier bei uns in Milow stattfinden. Milow ist ja nun ein kleines Örtchen, so viele Einwohner sind es nicht, und leider werden es auch immer weniger. Aber die Volksfeste hier, die haben es in sich. Es ist nur sehr schade, dass sich die Klasse und der Spaß, den es dabei gibt, noch nicht so sehr herumgesprochen haben, wie es diese Feste - und vor allem die Veranstalter - verdient haben.

Das habe ich heute beim "Bolle-Fest" in Milow wieder erlebt. Und das Schicksal hat die Organisatoren sogar noch viel schlimmer gestraft. Noch vor einer Woche schwitzten wir bei mehr als 30 Grad Celsius - und heute regnete es fast in einer Tour bei Temperaturen, die mich nach vier Stunden zwangen, nach Hause zu gehen und meine Windjacke gegen einen Wintermantel zu tauschen. Dass es bei diesen Witterungsbedingungen nicht gerade viele Zuschauer auf den Festplatz trieb, kann man sogar verstehen. Verdient haben es die Veranstalter nicht (und das sage ich nicht nur, weil ich sie kenne und ihnen alles nur Gute wünsche).

Sonntag, 18. März 2012

Der Unterwasserknaller - "Echoes"

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass das Video, das ich heute bei Youtube gefunden habe, von einem User namens "Rogerwaterschannel" eingestellt wurde. Ironie deshalb, weil es ein Konzertmitschnitt mit David Gilmour und Richard Wright ist. Dass dieses Konzert nun auf dem Kanal mit Namen Roger Waters erscheint, ist komisch - immerhin waren Waters auf der einen und Wright und Gilmour auf der anderen Seite nicht gerade Freunde, um es mal so zu sagen. Andererseits sind seitdem viele Jahre vergangen. Mit Gilmour hat Waters sich ja wieder einigermaßen vertragen, und als Wright im September 2008 verstarb, sperrte Waters seine Internetseite und ließ statt dessen für eine ganze Weile einen Nachruf auf Wright stehen. Das war ein feiner Zug von ihm, muss ich sagen...

Mittwoch, 29. Februar 2012

Ein kluger Spruch

Ian Anderson
Was hat "Jethro Tull"-Frontmann Ian Anderson mit Potsdam und Preußen zu tun? Nun, Anderson gilt ja als derjenige, der die Querflöte in die Rockmusik integrierte. Ein anderer begeisterter Querflötenspieler war ja Friedrich II., gemeinhin als der "Alte Fritz" bekannt. Dessen 300. Geburtstag feiern die Brandenburger 2012 landauf, landab. Und da Fritz seinerseits Johann Sebastian Bach ziemlich bewunderte und auch traf, andererseits Anderson mit "Jethro Tull" die "Bourré" aus Bachs Suite für Laute in e-Moll auf dem Album "Stand up" adaptierte, kann man da doch schon eine wenn auch etwas gekünstelte Beziehung herstellen.

Eben aus dieser Beziehung heraus wurde allerdings nun wirklich ein Konzert in Potsdam organisiert, das kürzlich stattfand. Ian Anderson mit seiner Band (also praktisch "Jethro Tull") musizierte gemeinsam mit dem Filmorchester Babelsberg, spielte dabei das eine oder andere klassische Stück und ansonsten die Klassiker von "Jethro Tull". Ich selbst hab's nicht live erlebt - ich finde die Musik ganz interessant, aber nicht so sehr, dass ich extra dafür nach Potsdam fahren würde - hab's aber in der Zeitung gelesen und musste ob der Beziehung Anderson - Alter Fritz doch schon etwas schmunzeln.

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Gute-Laune-Song

Werbung im Fernsehen nehme ich meist nur mit halbem Ohr und Auge wahr. Pinkel- oder Raucher-Pause sind mir meist wichtiger als die neuesten Informationen über Monatsbinden, Duftwässerchen, Österreich-Urlaube und anderem Schrott mehr.

Manches dringt dann aber doch zu mir durch, und so ging es mir mit der neuen iPod-Werbung. Oder war's das neue iPhone? Keine Ahnung. Das Produkt ist mir auch egal, ich brauch's nicht - aber die Musik war gut. Internet sei Dank findet man dann mit ein wenig Suche auch raus, was das ist, um das Stück auch einmal komplett anzuhören. Ich habe schon häufiger erlebt, dass mir ein Werbesong gefällt und ich dann, nachdem ich das Stück komplett gehört hatte, bemerkte, dass die Werbe-Fuzzis exakt die besten 20 Sekunden herausgeschnitten hatten und der Rest bestenfalls Durchschnitt war.

Dieses Mal aber nicht - das Lied gefällt mir richtig gut. Und nun weiß ich auch, was es ist: "Tongue Tied" von "Grouplove" aus dem Album "Never Trust A Happy Song". Der Albumname ist Programm - ich finde, es ist echte Gute-Laune-Musik, die zurzeit oft bei mir dudelt. Dann fühle ich mich gleich besser...


Das neue iPhone (oder war's der iPod?) kaufe ich mir deswegen noch lange nicht...

Montag, 19. Dezember 2011

"Brandt Brauer Frick" - unglaublich

Eine Besonderheit meines Haus-Radiosenders "Radio eins" ist ja, dass er unter anderem anspruchsvolle zeitgenössische Musik spielt, die irgendwie faszinierend, eigenwillig und speziell ist, die ins Ohr geht und die man eben NICHT alle Nase lang auf VIVA oder MTV hört, bis sie einem zu den Ohren rausquillt. Ein solches Beispiel hatte ich heute, als die Moderatorin im Rückblick ein Konzert in Berlin besprach und  schnell die Überzeugung brachte, dass man entweder das nächste Konzert mal besuchen möchte oder aber eine Platte kauft. Und jetzt kommt's: Es handelte sich im weiteren Sinne um Techno!

Sonntag, 27. November 2011

Chill-Out mit Klassik

Gestern Abend hatten wir so etwas wie eine Büro-Weihnachtsfeier. Die Damen im Büro, die nun mal in der Mehrzahl sind, wollte etwas Kulturelles erleben, und so trafen wir uns zuerst zu einer Kaffeetafel und dann zu einem Klavierkonzert im Schloss Ribbeck.

Dort spielte Friedrich Höricke Werke von Franz Liszt. Letzterer war einer der produktivsten, berühmtesten und umjubeltsten Komponisten und Pianisten des 19. Jahrhunderts, ersterer gilt als einer der bedeutendsten Interpreten der romantischen Klaviermusik und ebenfalls als ein extrem talentierter Pianist. So wurde es mir gesagt und erklärt und so stand es zu lesen, und ich muss es glauben: Weder bin ich kompetent genug, das einzuschätzen zu können, noch maße ich mir allein vom Hören an, ein Urteil zu bilden. Es muss aber wahr sein: Ein Bekannter von mir, den ich zufällig dort traf und von dem ich weiß, dass er Höricke persönlich nicht mag und Ahnung von Klassik hat, drehte sich einmal zu mir um und sagte anerkennend: "Das ist ein sauschweres Stück, und er spielt es Klasse!" Ich scheine also tatsächlich ein beeindruckendes Konzert der Extraklasse miterlebt zu haben.

Mittwoch, 2. November 2011

Kennt ihr "Die Dandys"?

Über die Jahre hinweg habe ich immer mal wieder Leute kennen gelernt, die hart daran gearbeitet haben, um es mal zu schaffen. Und es freut mich immer wieder, wenn ich dann ein paar Jahre später erfahre, dass sie es wirklich geschafft haben. Michael Hirte zum Beispiel, der Typ mit der Mundharmonika, habe ich das erste Mal getroffen, als er noch überall gefragt hat, ob er mal mitspielen kann. Ein Jahr später war er dann in aller Munde - sozusagen.

Ein anderes super Beispiel sind "Die Dandys". Antje, Hartmut, Micha, Alf und Tommy kenne ich nun schon auch einige Jahre, nenne sie meine Freunde und habe sie immer wieder zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten spielen gehört. Als Partyband mischen sie jetzt schon ein paar Jahre unseren Karneval auf, und ich muss ehrlich sagen: Die Leute können richtig Stimmung machen! Bei ihnen habe ich aber auch mitbekommen, wie einfach vieles auf der Bühne aussieht und wie viel knallharte Arbeit dahinter steckt. Wenn Hartmut zum Beispiel voller Stolz erzählt, wie die Band in Kühlungsborn zu Silvester tausende Leute am Strand unterhalten hat, dann erwähnt er nur im Nebensatz, wie arschkalt ihnen manchmal dabei ist. Und an wie vielen Wochenenden sie im Jahr unterwegs sind, um zu spielen, das kriege ich auch immer wieder mit.

Von daher freut es mich ehrlich, als ich jetzt erfahren habe, dass "Die Dandys" kurz davor stehen, es auch zu schaffen. Letztens erzählte mir Hartmut, dass sie nun einen Musikverlag gefunden haben, der im kommenden Jahr eine CD mit ihnen produzieren will. Der erste Titel ist jetzt auch schon veröffentlicht, kann zum Beispiel bei amazon oder itunes oder Mediamarkt gekauft werden. Und dann sagte er mir noch, dass der Song - "Die Nacht von Santa Barbara" - bei SchlagerRadio.FM höchster Neueinstieg in den Charts in diesem Jahr war. Da kann die Band zu Recht stolz drauf sein! Jetzt träumen sie von ersten Fernsehauftritten im kommenden Jahr zum Beispiel im ZDF - und das ist gar nicht so weit hergeholt!

Übrigens kann man den Titel durch Voten noch weiter nach vorn bringen! Und ich bin mal so frei und stelle den Link hier rein.  Vielleicht bringt ihr meine Freunde durch eure Stimmen noch ein bissel voran. Ja, gut, okay - es ist Schlager, und wenn ich ganz ehrlich bin: Meine bevorzugte Musikrichtung ist es auch nicht. Aber ich finde, die fünf haben es echt verdient, mit ihrer Musik Erfolg zu haben. Wenn ich dabei helfen kann, tue ich es gerne. Ich gönne es ihnen wirklich!

Und wer weiß: Vielleicht kann ich in ein paar Jahren, wenn die "Dandys" die Hitparaden rocken und ihre eigene Fernsehshow haben (grins), dann auch sagen: "Die kenne ich, und ich war dabei, als sie es geschafft haben..."