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Montag, 20. Januar 2014

Zu viel der Ehre

Ich bin heute in meiner Dienststelle ein paar Mal wegen eines Zeitungsartikels vom Wochenende angesprochen wurde. Es war natürlich ein Artikel bezüglich unseres Karnevals, und der Redakteur, der ihn geschrieben hat, fühlte sich bemüßigt, mich nicht nur auf einem, sondern gleich auf zwei Fotos abzulichten. Und so hörte ich immer wieder den Satz: "Ich hab Sie in der Zeitung gesehen! Sie sind doch da der Chef!"

Freitag, 5. April 2013

Der Mann, der die Filme liebte - Roger Ebert

Roger Ebert (re., 1942-2013) und Russ Meyer
Als ich vor einigen Jahren noch als Zeitungsredakteur arbeitete, da machte ich auch Filmbesprechungen. Ich nutzte dafür neben dem Film nur ganz selten offizielles Pressematerial - meistens hatte ich das gar nicht. Statt dessen informierte ich mich im Internet, wo ich meine festen Quellen hatte, die ich immer wieder und gerne in Anspruch nahm. Zum einen natürlich die Internet Movie Database "imdb", für alle technischen Angaben, Besetzungen und dergleichen mehr rund um den entsprechenden Film. Des Weiteren eine Filmdatenbank, die an sich recht semiprofessionell aufgezogen war, aber einen exzellenten Zugang zu digitalisierten Promo-Bildern der Filme hatte und diesen auch zum Download anbot. Und zu guter Letzt die Website von Roger Ebert, dem großen Filmkenner, -experten und -kritiker. Seine Besprechungen las ich immer mit Genuss; er brachte mich häufig auf Details, die ich in den Filmen übersehen hatte - und er hatte nicht nur einen Sachverstand, sondern eine Begeisterung für Filme, die ich bei keinem anderen "Kritiker" jemals so erlebt habe. Am 4. April 2013 ist Roger Ebert im Alter von 70 Jahren seiner langjährigen Krebserkrankung erlegen.

Mittwoch, 3. April 2013

Das böse Plastik aus Dänemark

Jabbas Palast im "Original". (Screenshot © Lucasfilm)
Manche Geschichten klingen so absurd, da muss man wirklich nach dem Lesen einmal in Ruhe drüber nachdenken. Und selbst nach intensivem Nachdenken bleibt es dabei: So eine seltsame Geschichte, die kann sich nicht in Wirklichkeit ereignet haben, das hat sich jemand mit sehr viel Fantasie ausgedacht - doch sie ist wahr. So wie bei dieser Geschichte hier: Bei strenger Überlegung kann man einigen der angesprochenen Punkte durchaus folgen und wie Rüdiger Hoffmann anmerken: "Das kann man so sehen..." Die Folgen, die die Geschichte letztendlich hat, sind aber doch recht eigenartig und möglicherweise übertrieben.

„Star Wars“ ist rassistisch. Auf diesen Punkt kann man es bringen, einfach gesagt. Und zwar nicht Darth Vader als „großer, böser, schwarzer Mann“, sondern in der Figur des Jabba the Hutt. Ein Bösewicht, der orientalische Wasserpfeife raucht und eine Prinzessin als Bauchtänzerin in Ketten hält, eine Diffamierung von Orientalen und Asiaten. Diese Charakterisierung stammt nicht von mir, sondern von der türkischen Kulturgemeinde Österreichs.

Montag, 19. November 2012

Traue wirklich niemandem...

In der vergangenen Woche hatte ich ein sehr erschütterndes Erlebnis. Das klingt für euch vermutlich übertrieben und so, aber mich hat es wirklich tief getroffen. Dabei war ich sogar nur indirekt involviert, aber da ich sowohl Vorgeschichte, aktuelles Geschehen und Folgen recht genau kenne sowie mit einigen der handelnden Personen persönlich sehr gut bekannt bin, hat mich das Ereignis sehr mitgenommen. Seitdem ist mein Glaube an Integrität und Ethos der Journaille zutiefst erschüttert. Und ehe jetzt der kluge Satz kommt: "Was wundert dich daran?", bitte erst mal zu Ende zu lesen. Die Sache ist viel schlimmer, als mancher denken mag.

Mittwoch, 4. Juli 2012

Kaum vorstellbar

Man stelle sich mal folgendes vor: Da ist ein Mann, der besitzt einen Camcorder, einen ganz normalen handelsüblichen Camcorder. Gut, das ist nichts besonderes, das haben viele. Besagter Mann hat auch ein wenig Ahnung von Internetseiten. Und nun bastelt er sich eine eigene Seite und stellt da seine Filmchen rein, die er so macht und die man sich zum Angucken anklicken kann. Woanders heißt das Youtube.

Sonntag, 10. Juni 2012

Film-Kritiker ohne Ahnung

Es ist erschreckend, mit wie viel Inkompetenz die Mitarbeiter mancher Zeitungen unterwegs sind. Speziell in einem Gebiet, wo jeder meint, er könne das machen: Der Filmkritik. Anscheinend ist da die Überlegung ganz einfach: Ich gehe ins Kino, schaue eine Film, schreibe was darüber in die Zeitung - ich bin ein Filmkritiker. Gerade eben habe ich aber festgestellt, dass das oft nicht so ist, im Gegenteil: Der Möchtegern-Kritiker entpuppt sich nur zu oft als Schaumschläger ohne Ahnung.

Dienstag, 17. April 2012

Breivik - Der Tanz auf dem Vulkan

In Norwegen steht der Massenmörder Anders Behring Breivik endlich vor Gericht. Und ich beobachte etwas Erstaunliches: Fast in gleichem Maße, wie die Medien über den Prozess gegen den Rechtsradikalen berichten, stellen Journalisten ihre eigene Rolle in diesem Zusammenhang in Frage: In welchem Ausmaß sollen sie berichten? Welche Details sollen sie schildern, welche Bilder zeigen? Ab wann machen sie sich zu Komplizen Breiviks? Was ist von ihrem Auftrag gedeckt, die Öffentlichkeit zu informieren, was ist pure Sensationshascherei?

Ich denke recht viel über diese Frage nach, vor allem natürlich auch deswegen, weil ich vor ein paar Jahren auch als Journalist bei einer Zeitung gearbeitet habe, andererseits heute sozusagen auf der anderen Seite des Schreibtischs sitze und daher die Ansichten beider Seiten nachvollziehen kann. Ich habe in meiner aktiven Zeitungszeit durchaus oft überlegt, was ich veröffentlichen oder zeigen soll und was nicht. Es ging dabei aber nie um ein derart schwerwiegendes und aufwühlendes Ereignis, wie es gerade in Norwegen abläuft. Es fällt mir daher schwer, diese Frage auf einfache Weise zu beantworten. Es kommt mir wie ein Tanz auf dem Vulkan vor.

Donnerstag, 22. März 2012

Überraschend ehrlich

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Zeitungsredaktionen - vor allem in Tageszeitungen - ihre Irrtümer und Fehler, die sie aus welchen Gründen auch immer gemacht haben, eher widerstrebend und nur unter Protest berichtigen. Zahlendreher oder Schreibfehler werden lapidar korrigiert, falsche Bildunterschriften irgendwann mit einem flapsigen Spruch klargestellt. Dass der entsprechende Redakteur einen eigenen Fehler tatsächlich zugibt oder sich gar dafür entschuldigt, das geschieht sehr selten - meistens wird die Berichtigung so geschrieben, dass man den Eindruck gewinnt, den Irrtum hätte ein anderer begangen. Ich kenne sogar Vertreter der Zunft, die regelrecht ausfallend werden, wenn man sie auf so etwas aufmerksam macht, nach dem Motto "Was erdreistet Er sich, mit Seiner beschränkten Sicht der Dinge unsere göttliche Weisheit und Unergründlichkeit in Frage zu stellen?"

Freitag, 9. Dezember 2011

Ist das peinlich

Ich lese eben gerade, dass der Münchener Langenscheidt Verlag mit einer Jury aus Jugendlichen und Journalisten nach einer Vorauswahl von 40.000 Internet-Usern das Jugendwort des Jahres gewählt hat. Es heißt "Swag" und bedeutet soviel wie "beneidenswerte, lässig-coole Ausstrahlung". Na ja, wer's glaubt...

Der Viertplatzierte dieser Liste hat mich dann aber doch umgehauen. Nach "Epic Fail" für grober Fehler und "guttenbergen" (na klar, für "abschreiben") wurde "Körperklaus" gekürt. Laut "Stern" eine "Wortneuschöpfung für Tollpatsch und Grobmotoriker".

Jetzt frage ich mich kopfschüttelnd, wer auf die Idee kam, das wäre eine "Wortneuschöpfung". Denn "Körperklaus" haben meine Freund und ich als Teenager schon vor 25 Jahren gesagt. Also entweder hat die Jury keine wirkliche Ahnung von Jugendsprache, oder die heutige Jugend ist bei weitem nicht so cool wie sie selber gerne tut.

Dienstag, 22. November 2011

"Nur für Erwachsene..."


Ich habe einen Lieblings-Radiosender: "Radio eins" vom RBB. Der Sender bietet mir genau das, was ich im Radio hören will: Gute Musik, gute Moderatoren, viele Informationen, viel Spaß. Die Zielgruppe von Radio ist klar definiert. Sie geht irgendwo jenseits der 20 los und endet bei den Leuten, die sich noch nicht alt fühlen. Britney Spears, Justin Bieber oder Sarah Connor wird man daher hier eher selten hören, dafür aber zum Beispiel Pearl Jam, The Clash, die Rolling Stones, aber auch Arcade Fire, Richard Ashcroft, Pink Floyd, Brian Eno, Massive Attack, Gorillaz oder Amy Winehouse. Kurz gesagt: Gute Musik, die es länger als zehn Minuten beim Publikum schafft. Konsequenterweise heißt der Slogan des Senders daher auch "Nur für Erwachsene".

Montag, 31. Oktober 2011

Auf Facebook schimpfen und bei Facebook sein?

Wie wohl die meisten Menschen nutze ich Zeitungen zum Informationserwerb. Die Anforderungen, die ich an das Medium stelle, sind dabei recht einfach: Die Informationen sollen stimmen, und sie sollen glaubwürdig sein. Das bedingt für mich zwangsläufig, dass derjenige, der bei der Zeitung schreibt, davon Ahnung hat, wovon er schreibt.

Nun erlebe ich aber bei einer lokalen Wochenzeitung hier in der Region immer wieder, dass es auch anders geht, soll heißen, dass der Redakteur sich bemüßigt fühlt, von Themen zu schreiben, von denen er keine Ahnung, aber zu denen er eine Meinung hat (die nicht immer stimmen muss). Das an sich wäre nicht schlimm, das Recht hat jeder Zeitungsschreiber zum Beispiel in einem Kommentar oder in einer Glosse. Besagter Redakteur macht das aber in seinen "informativen" Artikeln.

Donnerstag, 6. Oktober 2011

Lebendige Erinnerung

Ich habe eben in den Nachrichten etwas von dem Projekt "Gedächtnis der Nation" erfahren. Ein Projekt, in dem die Erinnerung der Deutschen gesammelt werden. Das wird zum einen mit einem Bus durchgeführt, der über das Land fährt. Im Inneren können ganz normale Menschen ihre Erinnerungen an bestimmte geschichtliche Ereignisse in eine Kamera sprechen. Diese Clips werden gesammelt und auf einer Internetseite veröffentlicht, wo sie mit anderen Videos über geschichtliche Ereignisse und Erinnerungen berühmter Zeitzeugen zusammen gebracht werden. Hier findet man auch den anderen Weg, seine Erinnerungen zu konservieren. Über diese Internetseite können auch selbst erstellte Videos hochgeladen werden und bleiben auch so der Nachwelt erhalten.

Ich muss ganz ehrlich sagen, ich finde das Projekt faszinierend. Geschichte ist lebendig, krankt aber oft daran, dass die Nachwelt diese Geschichte nach ihren eigenem Gusto interpretieren, aufbereiten und weiter geben kann. Ich will jetzt nicht von Geschichtsfälschung reden, aber so vermitteltes Wissen spiegelt vor allem immer die Auffassung desjenigen wieder, der diese Geschichte weitergibt. Dieses Projekt verhindert das, denn die gesammelten Erinnerungen stammen von denjenigen, die dabei waren, fernab von Interpretationen Dritter oder Vierter. Sozusagen lebendige Erinnerung, für alle Zeiten konserviert. Ich halte das für wichtig und bedeutend. Und ich werde das Projekt auf jeden Fall weiter verfolgen...

Mehr dazu ist hier zu finden.

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Öffentliche Korrektur

Ein Blick heute morgen in die lokalen Zeitungen zeigte mir, dass eine von mir zumindest verfasste und veranlasste "Gegendarstellung" erschienen ist. Das ist schon das zweite Mal in diesem Jahr, dass ich eine in Angriff nehmen musste und dass die entsprechende Zeitung diese ohne Diskussion und Verhinderungstaktik erschienen ist.

Zum einen macht mich das ein bisschen stolz. Das Recht auf eine Gegendarstellung steht zwar im Gesetz. Aber Zeitungen haben - aus gutem Grund, wie ich finde - einige Möglichkeiten, die Veröffentlichung abzulehnen. Gerade für Laien und mitunter sogar für Experten bis hin zu Rechtsanwälten ist es nicht gerade einfach, eine so zu schreiben, dass sie dann auch wirklich erscheint. Zeitungen haben auch zudem noch einen weiteren guten Grund, Gegendarstellungen soweit wie möglich zu verhindern. Auf deutsch gesagt ist eine Gegendarstellung ein Instrument, eine fehlerhafte, ungenaue oder schlampige Arbeit der Redakteure schnell und öffentlich zu berichtigen. Und wer lässt sich schon gerne seine Fehler öffentlich um die Ohren hauen?

Dass ist aber auch der Grund, warum ich mich trotzdem nicht so recht darüber freuen kann. Ich finde es nämlich schade, dass es dazu kommen musste. Beide Gegendarstellungen waren aus meiner Sicht vollkommen berechtigt: In einem Fall wurde mir eine Unterlassung vorgeworfen, die ich nachweislich nicht begangen habe, im anderen wurde einem Kollegen ein ziemlich übles Zitat in den Mund gelegt, dass er nicht gesagt hat. Und ich bin der Meinung, dass beide Fälle nicht hätten geschehen müssen, wenn die zuständigen Redakteure sorgfältiger gearbeitet hätten. Im zweiten Fall hatte die Zeitung sogar ausreichend Gelegenheit gehabt, den Fehler selbst ohne Gesichtsverlust zu berichtigen. Dass das nicht geschah, macht mich ein bisschen nachdenklich...

Dienstag, 13. September 2011

Von Dummerjans und Dummerjanas

Gestern Abend, Sitzung des Kreistages. Es geht um einige Formalien, wie Änderungen von Gesellschafterverträgen aufgrund von Gesetzesänderungen. Business as usual also. Dann allerdings eine Bitte einer Abgeordneten (einer Doktorin, also studiert...): Man möge doch bitte in Zukunft bei solchen Verträgen die politisch korrekte Form wählen, also die männliche und weibliche Form verwenden.

Ich bin - das muss ich hier extra betonen - kein Gegner der Gleichberechtigung, im Gegenteil. Aber wenn ich so etwas höre, und das tue ich leider zu oft, dann bekomme ich das kalte Grausen und Magenkrämpfe. Erstens: Es ist eine Vergewaltigung der deutschen Sprache. Zweitens: Es ist diskriminierend - und zwar den Männern gegenüber. Und drittens: Es ist sprachwissenschaftlich nicht nur Quatsch, sondern schlicht und simpel falsch! Leider ist diese Dummheit nicht totzukriegen.

Sonntag, 11. September 2011

In Memento - 9/11

An einem Tag wie heute kann man eigentlich gar nicht anders, als sich auch mit dem 9. September 2001 zu beschäftigen. Man möge mir das verzeihen, aber es gibt kaum ein Ereignis der neueren Geschichte, das mich ähnlich bewegt hat wie dieser Tag. Dazu weiter unten mehr. Nicht zuletzt aber sehe ich, während ich das hier schreibe, eine Dokumentation über diejenigen, die behaupten, das WTC wäre kontrolliert gesprengt worden, es stürzte nicht ein, weil Flugzeuge hinein rasten. Das macht mich ehrlich gesagt etwas wütend - aber dazu unten mehr. Zuerst einmal meine Erinnerungen an den 9. September 2001...

Ich hab an dem Tag ganz normal gearbeitet, damals noch bei einer Zeitung. Es mag jetzt komisch klingen, aber in der Redaktion haben wir damals nie Fernsehen geguckt oder Radio gehört. Es war eine reine Lokalzeitung mit Lokalnachrichten, die großen Weltereignisse interessierten uns nicht. Von den Ereignissen in den USA hörte ich daher erst bei meinem letzten Termin an dem Tag. Ich interviewte einen Bürgermeister, und während des Interviews klingelte dessen Telefon. Er sprach mit seiner Mutter, und etwas irritiert bekam ich mit, dass es um den Einkauf von Konservendosen ging, die er ihr ausredete, so nach dem Motto: "Die wird es morgen und übermorgen auch noch geben, das hat doch keine Auswirkungen auf uns, mach dir keine Sorgen, warte doch erst mal ab, was da eigentlich passiert ist." Dann legte er auf, bemerkte meinen fragenden Blick und sagte: "Haben Sie das nicht gehört? Amerika wird angegriffen. Da ist Krieg."

Donnerstag, 8. September 2011

"Perry Rhodan" in der Provinz

Nun also auch die "Märkische Allgemeine Zeitung", und immerhin ist sie pünktlich: Unter dem Titel "Astronaut im Taschenformat" feiert unsere Tageszeitung in der märkischen Provinz den 50. Geburtstag von "Perry Rhodan" ab, genau am 50. Jahrestag des Erscheinens von "Unternehmen Stardust". So weit, so gut. Mehr als der Abdruck eines entsprechenden dpa-Textes war dann aber doch nicht drin, der sich zudem noch unter der Rubrik "Aus aller Welt" findet. Das ist in der MAZ traditionell der Ort, an dem es Berichte über Hollywood-Stars und -Sternchen, Kurioses und Skurriles oder Nachrichten, die in keines der sonstigen Schemata passen, gibt.

Aus diesen Gründen darf man in dem bewussten Artikel nun auch keinen gut recherchierten oder sachlich fundierten Bericht über die Serie erwarten. Statt dessen finden sich Zitate wie "Die Serie ist so deutsch wie Kuckucksuhren und Sauerkraut...", "... Perry Rhodan, Amerikaner, Typ Harrison Ford..." oder "Die Geschichten sind geprägt vom Zeitgeist: Früher waren es Kalter Krieg und Hippie-Ära, später Terrorismus und Klimawandel..." Immerhin: Im Kontext klingt das nicht böswillig, sondern wie üblich, wenn in der Tagespresse von "Kultur"-Redakteuren über SF berichtet wird: Milde und herablassend über solche Spinnereien lächelnd. Ehrlich gesagt bin ich aber trotzdem recht angenehm überrascht: Ich habe nicht erwartet, dass die MAZ sich überhaupt mit dem Thema beschäftigt, und wenn doch, dann glaube ich, wären es eher die üblichen Plattitüden über "Ersatz-Hitler", "faschistoide Tendenzen" oder wie eben kürzlich in der ZEIT "fehlerhaftes mutiertes Kulturgut" geworden... Aber mit diesem Artikel kann ich leben (das sich jemand in der MAZ intensiv mit dem Thema beschäftigen würde, wäre wohl wirklich zu viel verlangt gewesen.)

PS: Ich würde gerne auf den Artikel verlinken, aber leider bringt euch das nicht - die MAZ will für ihre Online-Artikel auch Geld haben...

Freitag, 2. September 2011

Der Preis einer Information - das Leben?

Schon mein voriger Post beschäftigte sich im weitesten Sinne mit einem verantwortungslosen Umgang mit Medien und Informationen. Passend dazu natürlich auch diese Geschichte: Durch eine unfassbare Datenpanne bei "Wikileaks" sind seit Monaten die umstrittenen Geheimdokumente komplett im Internet zu finden und zu lesen - und leider auch die Namen der Informanten, die Brisantes an Geheimdienste und Diplomaten meldeten und nun um ihr Leben fürchten.

"Jeder Mensch sollte Zugang zu allen Informationen haben" - ich glaube, auf diesen einfachen Nenner kann man das Konzept von Wikileaks reduzieren. Der Ansatz mag ein ehrenvoller gewesen sein, aber ich stehe auf dem Standpunkt, es gibt Informationen, die geheim bleiben sollen und müssen. Damals ging es mir um die Informationen selbst: Man kann sich trefflich streiten, ob die Welt wissen muss, was Geheimdienste alles herausfinden und geheimhalten - wo welche Waffen liegen, wer wann wo von wem getötet wurde, welcher Politiker wann mit welchen Prostituierten welche Drogen genommen hat oder was Putin von Merkel wirklich denkt. Die Frage, was davon an die Öffentlichkeit sollte, hat "Wikileaks" einfach beantwortet, nämlich mit "Alles". Und wie gesagt, darüber kann man sich trefflich streiten.

Dienstag, 30. August 2011

Die "ZEIT" und das Arschloch

Eigentlich darf ich sowas ja gar nicht schreiben, weil ich erstens ja selber ja mal als Journalist tätig war und zweitens als Pressesprecher, der ich heute bin, lieber nicht über Journalisten meckern sollte. Aber andererseits: Von der Tätigkeit und dem Selbstverständnis vieler Journalisten halte ich nichts. Passend dazu folgendes Beispiel: Ein Artikel, der heute auf "ZEIT Online" erschienen ist. "Verfasser" dieses Artikels - der übrigens nach geharnischten Protesten von Lesern umbenannt wurde; zuerst hieß er "Der Ersatz-Hitler aus dem All" (sic!) - ist ein Herr namens Johannes Thumfart, offenbar ein Pseudo-Feuilletonist, der in meinen Augen in jeglicher Hinsicht miesen Gossen-Journalismus betreibt. Den Artikel kann man hier lesen...

Mittwoch, 29. Juni 2011

Getroffene Hunde...

Wir in Brandenburg haben zurzeit ja wieder einmal eine große Diskussion um die Stasi. Es wird geguckt und geforscht, man zankt sich, soll man noch einmal überprüfen oder nicht, und falls ja, dann alle oder nur ein paar, und wenn was Neues rauskommt, was dann... Immerhin ist vom Landtag eine Enquete-Kommission eingerichtet worden, die die Vorgänge vor 20 Jahren bewerten und Vorschläge zur Aufarbeitung machen soll. Besagte Kommission hat dann Gutachter beauftragt, bestimmte Bereiche des gesellschaftlichen Lebens zu untersuchen und aufzuschlüsseln, wie damals der Umgang mit ehemaligen Stasi-Mitarbeitern erfolgte.

Montag, 27. Juni 2011

Anstandslos

Ein Blick heute morgen in die Zeitungen vom Wochenende ließ bei mir ein kleines bisschen Triumph aufkommen: Meine erste Gegendarstellung, die ich in der vergangenen Woche gegen eine regionale Zeitung vom Stapel gelassen habe, wurde anstandslos gedruckt. Allerdings: Wenn die nach vier Wochen oder so schreiben, ich hätte auf eine Frage nicht geantwortet, obwohl ich das nur einen Tag nach der Frage getan habe, dann wehre ich mich natürlich. Jetzt interessiert mich allerdings nur noch, ob sie ihren Fehler auch wirklich einsehen. Der Abdruck allein ist ja noch kein Indiz dafür. Mal abwarten...