Ich bin heute in meiner Dienststelle ein paar Mal wegen eines Zeitungsartikels vom Wochenende angesprochen wurde. Es war natürlich ein Artikel bezüglich unseres Karnevals, und der Redakteur, der ihn geschrieben hat, fühlte sich bemüßigt, mich nicht nur auf einem, sondern gleich auf zwei Fotos abzulichten. Und so hörte ich immer wieder den Satz: "Ich hab Sie in der Zeitung gesehen! Sie sind doch da der Chef!"
Posts mit dem Label Zeitungen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Zeitungen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Montag, 20. Januar 2014
Montag, 19. November 2012
Traue wirklich niemandem...
In der vergangenen Woche hatte ich ein sehr erschütterndes Erlebnis. Das klingt für euch vermutlich übertrieben und so, aber mich hat es wirklich tief getroffen. Dabei war ich sogar nur indirekt involviert, aber da ich sowohl Vorgeschichte, aktuelles Geschehen und Folgen recht genau kenne sowie mit einigen der handelnden Personen persönlich sehr gut bekannt bin, hat mich das Ereignis sehr mitgenommen. Seitdem ist mein Glaube an Integrität und Ethos der Journaille zutiefst erschüttert. Und ehe jetzt der kluge Satz kommt: "Was wundert dich daran?", bitte erst mal zu Ende zu lesen. Die Sache ist viel schlimmer, als mancher denken mag.
Sonntag, 10. Juni 2012
Film-Kritiker ohne Ahnung
Es ist erschreckend, mit wie viel Inkompetenz die Mitarbeiter mancher Zeitungen unterwegs sind. Speziell in einem Gebiet, wo jeder meint, er könne das machen: Der Filmkritik. Anscheinend ist da die Überlegung ganz einfach: Ich gehe ins Kino, schaue eine Film, schreibe was darüber in die Zeitung - ich bin ein Filmkritiker. Gerade eben habe ich aber festgestellt, dass das oft nicht so ist, im Gegenteil: Der Möchtegern-Kritiker entpuppt sich nur zu oft als Schaumschläger ohne Ahnung.
Donnerstag, 22. März 2012
Überraschend ehrlich
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Zeitungsredaktionen - vor allem in Tageszeitungen - ihre Irrtümer und Fehler, die sie aus welchen Gründen auch immer gemacht haben, eher widerstrebend und nur unter Protest berichtigen. Zahlendreher oder Schreibfehler werden lapidar korrigiert, falsche Bildunterschriften irgendwann mit einem flapsigen Spruch klargestellt. Dass der entsprechende Redakteur einen eigenen Fehler tatsächlich zugibt oder sich gar dafür entschuldigt, das geschieht sehr selten - meistens wird die Berichtigung so geschrieben, dass man den Eindruck gewinnt, den Irrtum hätte ein anderer begangen. Ich kenne sogar Vertreter der Zunft, die regelrecht ausfallend werden, wenn man sie auf so etwas aufmerksam macht, nach dem Motto "Was erdreistet Er sich, mit Seiner beschränkten Sicht der Dinge unsere göttliche Weisheit und Unergründlichkeit in Frage zu stellen?"
Montag, 31. Oktober 2011
Auf Facebook schimpfen und bei Facebook sein?
Wie wohl die meisten Menschen nutze ich Zeitungen zum Informationserwerb. Die Anforderungen, die ich an das Medium stelle, sind dabei recht einfach: Die Informationen sollen stimmen, und sie sollen glaubwürdig sein. Das bedingt für mich zwangsläufig, dass derjenige, der bei der Zeitung schreibt, davon Ahnung hat, wovon er schreibt.
Nun erlebe ich aber bei einer lokalen Wochenzeitung hier in der Region immer wieder, dass es auch anders geht, soll heißen, dass der Redakteur sich bemüßigt fühlt, von Themen zu schreiben, von denen er keine Ahnung, aber zu denen er eine Meinung hat (die nicht immer stimmen muss). Das an sich wäre nicht schlimm, das Recht hat jeder Zeitungsschreiber zum Beispiel in einem Kommentar oder in einer Glosse. Besagter Redakteur macht das aber in seinen "informativen" Artikeln.
Nun erlebe ich aber bei einer lokalen Wochenzeitung hier in der Region immer wieder, dass es auch anders geht, soll heißen, dass der Redakteur sich bemüßigt fühlt, von Themen zu schreiben, von denen er keine Ahnung, aber zu denen er eine Meinung hat (die nicht immer stimmen muss). Das an sich wäre nicht schlimm, das Recht hat jeder Zeitungsschreiber zum Beispiel in einem Kommentar oder in einer Glosse. Besagter Redakteur macht das aber in seinen "informativen" Artikeln.
Mittwoch, 5. Oktober 2011
Öffentliche Korrektur
Ein Blick heute morgen in die lokalen Zeitungen zeigte mir, dass eine von mir zumindest verfasste und veranlasste "Gegendarstellung" erschienen ist. Das ist schon das zweite Mal in diesem Jahr, dass ich eine in Angriff nehmen musste und dass die entsprechende Zeitung diese ohne Diskussion und Verhinderungstaktik erschienen ist.
Zum einen macht mich das ein bisschen stolz. Das Recht auf eine Gegendarstellung steht zwar im Gesetz. Aber Zeitungen haben - aus gutem Grund, wie ich finde - einige Möglichkeiten, die Veröffentlichung abzulehnen. Gerade für Laien und mitunter sogar für Experten bis hin zu Rechtsanwälten ist es nicht gerade einfach, eine so zu schreiben, dass sie dann auch wirklich erscheint. Zeitungen haben auch zudem noch einen weiteren guten Grund, Gegendarstellungen soweit wie möglich zu verhindern. Auf deutsch gesagt ist eine Gegendarstellung ein Instrument, eine fehlerhafte, ungenaue oder schlampige Arbeit der Redakteure schnell und öffentlich zu berichtigen. Und wer lässt sich schon gerne seine Fehler öffentlich um die Ohren hauen?
Dass ist aber auch der Grund, warum ich mich trotzdem nicht so recht darüber freuen kann. Ich finde es nämlich schade, dass es dazu kommen musste. Beide Gegendarstellungen waren aus meiner Sicht vollkommen berechtigt: In einem Fall wurde mir eine Unterlassung vorgeworfen, die ich nachweislich nicht begangen habe, im anderen wurde einem Kollegen ein ziemlich übles Zitat in den Mund gelegt, dass er nicht gesagt hat. Und ich bin der Meinung, dass beide Fälle nicht hätten geschehen müssen, wenn die zuständigen Redakteure sorgfältiger gearbeitet hätten. Im zweiten Fall hatte die Zeitung sogar ausreichend Gelegenheit gehabt, den Fehler selbst ohne Gesichtsverlust zu berichtigen. Dass das nicht geschah, macht mich ein bisschen nachdenklich...
Zum einen macht mich das ein bisschen stolz. Das Recht auf eine Gegendarstellung steht zwar im Gesetz. Aber Zeitungen haben - aus gutem Grund, wie ich finde - einige Möglichkeiten, die Veröffentlichung abzulehnen. Gerade für Laien und mitunter sogar für Experten bis hin zu Rechtsanwälten ist es nicht gerade einfach, eine so zu schreiben, dass sie dann auch wirklich erscheint. Zeitungen haben auch zudem noch einen weiteren guten Grund, Gegendarstellungen soweit wie möglich zu verhindern. Auf deutsch gesagt ist eine Gegendarstellung ein Instrument, eine fehlerhafte, ungenaue oder schlampige Arbeit der Redakteure schnell und öffentlich zu berichtigen. Und wer lässt sich schon gerne seine Fehler öffentlich um die Ohren hauen?
Dass ist aber auch der Grund, warum ich mich trotzdem nicht so recht darüber freuen kann. Ich finde es nämlich schade, dass es dazu kommen musste. Beide Gegendarstellungen waren aus meiner Sicht vollkommen berechtigt: In einem Fall wurde mir eine Unterlassung vorgeworfen, die ich nachweislich nicht begangen habe, im anderen wurde einem Kollegen ein ziemlich übles Zitat in den Mund gelegt, dass er nicht gesagt hat. Und ich bin der Meinung, dass beide Fälle nicht hätten geschehen müssen, wenn die zuständigen Redakteure sorgfältiger gearbeitet hätten. Im zweiten Fall hatte die Zeitung sogar ausreichend Gelegenheit gehabt, den Fehler selbst ohne Gesichtsverlust zu berichtigen. Dass das nicht geschah, macht mich ein bisschen nachdenklich...
Donnerstag, 8. September 2011
"Perry Rhodan" in der Provinz
Nun also auch die "Märkische Allgemeine Zeitung", und immerhin ist sie pünktlich: Unter dem Titel "Astronaut im Taschenformat" feiert unsere Tageszeitung in der märkischen Provinz den 50. Geburtstag von "Perry Rhodan" ab, genau am 50. Jahrestag des Erscheinens von "Unternehmen Stardust". So weit, so gut. Mehr als der Abdruck eines entsprechenden dpa-Textes war dann aber doch nicht drin, der sich zudem noch unter der Rubrik "Aus aller Welt" findet. Das ist in der MAZ traditionell der Ort, an dem es Berichte über Hollywood-Stars und -Sternchen, Kurioses und Skurriles oder Nachrichten, die in keines der sonstigen Schemata passen, gibt.
Aus diesen Gründen darf man in dem bewussten Artikel nun auch keinen gut recherchierten oder sachlich fundierten Bericht über die Serie erwarten. Statt dessen finden sich Zitate wie "Die Serie ist so deutsch wie Kuckucksuhren und Sauerkraut...", "... Perry Rhodan, Amerikaner, Typ Harrison Ford..." oder "Die Geschichten sind geprägt vom Zeitgeist: Früher waren es Kalter Krieg und Hippie-Ära, später Terrorismus und Klimawandel..." Immerhin: Im Kontext klingt das nicht böswillig, sondern wie üblich, wenn in der Tagespresse von "Kultur"-Redakteuren über SF berichtet wird: Milde und herablassend über solche Spinnereien lächelnd. Ehrlich gesagt bin ich aber trotzdem recht angenehm überrascht: Ich habe nicht erwartet, dass die MAZ sich überhaupt mit dem Thema beschäftigt, und wenn doch, dann glaube ich, wären es eher die üblichen Plattitüden über "Ersatz-Hitler", "faschistoide Tendenzen" oder wie eben kürzlich in der ZEIT "fehlerhaftes mutiertes Kulturgut" geworden... Aber mit diesem Artikel kann ich leben (das sich jemand in der MAZ intensiv mit dem Thema beschäftigen würde, wäre wohl wirklich zu viel verlangt gewesen.)
PS: Ich würde gerne auf den Artikel verlinken, aber leider bringt euch das nicht - die MAZ will für ihre Online-Artikel auch Geld haben...
Aus diesen Gründen darf man in dem bewussten Artikel nun auch keinen gut recherchierten oder sachlich fundierten Bericht über die Serie erwarten. Statt dessen finden sich Zitate wie "Die Serie ist so deutsch wie Kuckucksuhren und Sauerkraut...", "... Perry Rhodan, Amerikaner, Typ Harrison Ford..." oder "Die Geschichten sind geprägt vom Zeitgeist: Früher waren es Kalter Krieg und Hippie-Ära, später Terrorismus und Klimawandel..." Immerhin: Im Kontext klingt das nicht böswillig, sondern wie üblich, wenn in der Tagespresse von "Kultur"-Redakteuren über SF berichtet wird: Milde und herablassend über solche Spinnereien lächelnd. Ehrlich gesagt bin ich aber trotzdem recht angenehm überrascht: Ich habe nicht erwartet, dass die MAZ sich überhaupt mit dem Thema beschäftigt, und wenn doch, dann glaube ich, wären es eher die üblichen Plattitüden über "Ersatz-Hitler", "faschistoide Tendenzen" oder wie eben kürzlich in der ZEIT "fehlerhaftes mutiertes Kulturgut" geworden... Aber mit diesem Artikel kann ich leben (das sich jemand in der MAZ intensiv mit dem Thema beschäftigen würde, wäre wohl wirklich zu viel verlangt gewesen.)
PS: Ich würde gerne auf den Artikel verlinken, aber leider bringt euch das nicht - die MAZ will für ihre Online-Artikel auch Geld haben...
Mittwoch, 29. Juni 2011
Getroffene Hunde...
Wir in Brandenburg haben zurzeit ja wieder einmal eine große Diskussion um die Stasi. Es wird geguckt und geforscht, man zankt sich, soll man noch einmal überprüfen oder nicht, und falls ja, dann alle oder nur ein paar, und wenn was Neues rauskommt, was dann... Immerhin ist vom Landtag eine Enquete-Kommission eingerichtet worden, die die Vorgänge vor 20 Jahren bewerten und Vorschläge zur Aufarbeitung machen soll. Besagte Kommission hat dann Gutachter beauftragt, bestimmte Bereiche des gesellschaftlichen Lebens zu untersuchen und aufzuschlüsseln, wie damals der Umgang mit ehemaligen Stasi-Mitarbeitern erfolgte.
Abonnieren
Posts (Atom)